Agilität zahlt sich aus

Gallup Engagement Index 2018

Vor einem halben Jahr wurde erneut der Gallup Engagement Index 2018 veröffentlicht. Nachdem die Ergebnisse bei uns immer wieder ein Thema sind, hier für alle noch einmal eine kurze Zusammenfassung:

Unternehmenskultur und wirtschaftlicher Erfolg sind eng aneinandergekoppelt.

Gallup präsentiert in seinen Ergebnissen, dass in Deutschland 14% der Arbeitnehmer (sprich: mehr als 5 Millionen Menschen) bereits innerlich gekündigt haben und keine Bindung zum Unternehmen besitzen. Darüber hinaus machen 71% lediglich „Dienst nach Vorschrift". Die verbleibenden 15 % der ArbeitnehmerInnen weisen eine hohe emotionale Bindung zum Unternehmen aus. Vertrauen in die finanzielle Zukunft des Unternehmens haben lediglich 39% der Befragten. Diese Tatsache verursacht Berechnungen zufolge eines volkswirtschaftlichen Schadens von bis zu 103 Millionen Euro pro Jahr! Interessant ist der Unterschied zu MitarbeiterInnen aus agilen Unternehmen. Dort sind deutlich mehr, nämlich 43% der Befragten emotional gebunden… sprich: beinahe drei Mal so viele! Auch an die finanzielle Zukunft des Unternehmens wird mit 71% mehr geglaubt, als in „klassischen“ Unternehmen (39%). Ohne die Zahlen in Österreich zu kennen, gehe ich davon aus, dass diese prozentual gesehen sehr ähnlich liegen.

Agilität zahlt sich aus

Agilität zahlt sich lt. Gallup doppelt aus. Unternehmen sind wirtschaftlich wettbewerbsfähiger, da sie in der Lage sind schneller zu handeln und darüber hinaus effizienter arbeiten. Zudem sind sie mutiger und wagen eher Neues. Neben dem rein wirtschaftlichen Faktor sind MitarbeiterInnen in agilen Unternehmen emotional wesentlich stärker an das Unternehmen gebunden.

Emotionale Bindung

Während früher Emotionen in der Geschäftswelt ein Tabu-Thema waren, ist mittlerweile bekannt, das emotional hoch gebundene Mitarbeiter einen wichtigen Wettbewerbsvorteil bringen. Einerseits sind sie Markenbotschafter für „ihr“ Unternehmen, dessen Produkte bzw. Dienstleistungen. Die Wahrscheinlichkeit, den Arbeitgeber zu wechseln ist reduzierter und gleichzeitig wird der Arbeitgeber auch eher an andere weiterempfohlen.

Agilität braucht gute Führung

Agile Unternehmen können schneller auf Veränderungen reagieren. Als Basis dafür gelten selbstorganisierte Teams, die mehr Verantwortung übernehmen (dürfen). Für Marko Nink von Gallup ist es ganz klar: Es braucht „ein Umdenken auf allen Führungsebenen. Führungskräfte müssen sich vom Leistungskontrolleur zum echten Coach ihrer Mitarbeiter entwickeln.“ Dass Selbstbild und Fremdbild von Führungskräften hier oft auseinander klafft erkennt man aufgrund der Tatsache, dass nur 22 % der ArbeitnehmerInnen das Gefühl haben eine Führung zu erleben, die dazu motiviert, hervorragende Leistung zu erbringen. Betrachtet man die durchschnittlichen 22 % etwas genauer, zeigt sich, dass bei emotional nicht gebundenen MitarbeiterInnen lediglich 3 % (!) angeben, motivierende Führung zu erleben. Jene mit geringer Bindung (Stichwort „Dienst nach Vorschrift“) sind es 19 %. Emotional hoch gebundene MitarbeiterInnen erleben jedoch motivierende Führung zu 54%.

Wie definiert Gallup Agilität?

Gallup schreibt viel über die Auswirkungen und Vorteile von Agilität. Wie aber definiert Gallup Agilität? Im Wesentlichen werden hier acht Komponenten adressiert, welche dazu beitragen, ein Unternehmen als „agil“ bezeichnen zu können:
    * Wissensaustausch
    * Kooperationswille
    * Fehlerkultur
    * Geschwindigkeit bei der Entscheidungsfindung
    * Innovationsfähigkeit
    * Empowerment
    * Simplizität
    * Förderung neuer Technologien
Die Beurteilung, wie diese Komponenten innerhalb des jeweiligen Unternehmens gelebt werden, überlässt Gallup den MitarbeiterInnen bzw. deren Einschätzung. Ich habe in einem Netzdiagramm die einzelnen Komponenten aufgetragen und versucht, ein grobes Bild eines agileren und weniger agilen Unternehmens zu zeichnen.



Alle, die ihr Unternehmen auf Basis der acht Komponenten selbst einschätzen möchten, finden in diesem Blogpost ein leeres Diagramm zum Download!

Quellen: Gallup Engagement Index 2018

22 Feb

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    18.12. / Andreas Wintersteiger

    Wir suchen Consulting Nachwuchs und bilden ambitionierte agile Coaches aus. Als Scrum Master durchläuft man bei uns ein zwei- bis drei-jähriges Ausbildungsprogramm zum agilen Coach. Die Voraussetzungen sind erste Erfahrungen mit Agile, Lean und Scrum für zumindest ein Jahr.